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Die Braunfelser Schlosskirche ist vermutlich die jüngste Simultankirche Deutschlands und befindet sich in der Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis in Hessen. Durch den Neubau eines Gemeindezentrums mit eigener Kirche und damit de facto Rückzug von der bis dahin alleinigen Nutzung der Schlosskirche als einziger evangelischer Gemeindekirche im Ort öffnete sich der Weg für eine jetzt erweiterte Nutzung zusammen mit den katholischen Christen, die ansonsten ebenfalls über eine eigene Gemeindekirche verfügen. Graf Otto von Solms ließ im Jahre 1501 anstelle der bisherigen Burgkapelle im Braunfelser Schloss eine neue Kirche im gotischen Stil erbauen. Hierzu wurde der älteste Zwinger unterhalb der „Obersten Pforte“ überwölbt und die Kirche auf dieses Gewölbe gesetzt. Diese Art eines von außen erkennbaren Sakralbaus über einem Zwinger wurde im Mittelalter gleichzeitig als psychologische Abschreckung gegenüber feindlichen Angriffen genutzt. Das Mittelschiff der dreischiffigen, spätgotischen Hallenkirche hat ein Sterngewölbe, die Seitenschiffe haben Kreuzrippengewölbe, die auf 4 Rundsäulen mit Fratzenkonsolen ruhen sowie den umlaufenden Wänden. Über dem einschiffigen Chor mit dem 3/8 Grundriss eines Oktogons befindet sich ein Netzgewölbe; an der Südwand sind die früheren drei Schießscharten noch zu erkennen. Ursprünglich war die Kirche mit fünf Altären ausgestattet: Hl. St. Anna, Hl. Maria, St. Georg, St. Sebastian und St. Christophorus, die heute alle nicht mehr vorhanden sind. Die innere Einrichtung wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgestaltet. Trotz des Schlossbrandes von 1679 ist aber die Schlosskirche in ihrer Struktur bis heute noch vollständig erhalten. Nach 1679 wurden die Wände im Chor getäfelt und mit Gesimsen versehen. Die Terrakotta-Fliesen des Chorbodens stammen vermutlich aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahre 1868 erfolgte eine gründliche Instandsetzung des Inneren der Schlosskirche, bei der auch das jetzige Kirchen- und Chorgestühl eingebaut wurden. Der Fußboden des Kirchenschiffs erhielt einen Plattenbelag aus Lungsteinen. (www.wikipedia.org)