Neukirchen_Ansicht_1 Neukirchen_Backhaus_1 Neukirchen_ev_Kirche_1

Neukirchen ist mit rd. 650 Einwohnern der kleinste Stadtteil von Braunfels und liegt an einem nördlichen Abhang des Solmsbachtales. Bereits im Jahre 912 wird der Ort in einer Schenkungsurkunde des Königs Konrad l. zugunsten des Stiftes Fulda unter dem Nomen "Niunchiriha" erwähnt. Der Neukirchener "Hausberg", die 330 m hohe Kanzel soll der Legende nach die Stätte gewesen sein, wo Bonifatius den heidnischen Franken das Christentum predigte. Bis 1582 gehörte Neukirchen kirchlich zum Nachbardorf Altenkirchen. Noch heute führt ein Weg dorthin den Namen "Kirchweg" und in weiterer Fortsetzung den Namen "Kaplanspfad". Als dann die Reformation in Neukirchen eingeführt wurde, trennte man sich von dem lutherischen Altenkirchen und wurde dem Kirchspiel Bonbaden einverleibt, zu dem es bis 1976 gehörte. Seitdem bildet es mit dem Solmser Stadtteil Oberndorf ein gemeinsames Kirchspiel. Von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges blieb das Dorf verschont. Um diese Zeit zählte Neukirchen um die hundert Einwohner. In den Jahren 1673 und 1779 wurde Neukirchen schließlich doch von Kriegsdrangsalen in größerem Ausmaße heimgesucht. Zu Preußen kam Neukirchen im Jahre 1815. Im Revolutionsjahr 1848 zogen die Neukirchener Bauern, zusammen mit denen der umliegenden Gemeinden, mit Heugabeln, Sensen und Dreschflegeln zum Braunfelser Schloß, um mehr bürgerliche Freiheiten durchzusetzen und sich von vielerlei Abgaben und Einschränkungen zu befreien. Ein schwarzer Tag für die Gemeinde war der 28. Dezember 1956 . Morgens gegen 6.00 Uhr stand die Neukirchener Kirche in hellen Flammen und trotz des Einsatzes von mehreren Feuerwehren konnte die völlige Zerstörung des Gotteshauses nicht mehr verhindert werden. Aber schon am 6.10. 1957 konnte das neue "Kirchlein auf dem Berge" eingeweiht werden.